Ab wann ist das Staking von Kryptowährungen Gewerblich?

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In diesem Artikel erfährst du, was Staking eig. ist und ab wann es in Deutschland als gewerblich eingestuft wird.

Was bedeutet eig. Staking bei Kryptowährungen?

Beim Staking stellst du in der Regel deine Anteile dem jeweiligen Netzwerk zur Verfügung mit dem Ziel das Netzwerk und dessen Fortbestand zu sichern. Als Gegenleistung hierfür erhältst du eine Belohnung, den sog. Staking Rewards. Je nach Netzwerk kann die Höhe der Belohnung stark variieren, eine Übersicht über aktuelle Staking Rewards findets du hier.

Aufgepasst: Hohe Staking Rewards gehen meist mit einer stärkeren Inflation der Coins im Netzwerk einher, daher sind hohe Staking Rewards nicht immer gleichzeitig besser.

Aktuelle Gesetzgebung für Staking von Kryptowährungen in Deutschland

Staking wird in Deutschland als Tätigkeit mit Gewinnabsicht eingestuft, das bedeutet, dass die Gewinne versteuert werden müssen. Hierfür wird der persönliche Einkommenssteuersatz herangezogen und ist somit individuell und kann nicht pauschal bestimmt werden.

Über allgemeine Informationen zu Staking und Steuern in Deutschland haben wir bereits einen ausführlichen Bericht geschrieben. Schaue gerne mal vorbei.

Welche Steuern fallen beim Staking von Kryptowährungen in Deutschland an?

In Deutschland gilt eine Freigrenze von 256€, bis zu diesem Betrag fallen auf die Einnahmen aus Staking keine Steuern kann.

Allerdings gilt es hier zu beachten:
Wird der Betrag in einem Jahr überschritten, werden auf den gesamten Betrag Steuern fällig. Nicht nur auf die Gewinne, welche über der Freigrenze liegen.

Zudem verlängert sich nach aktueller Gesetzeslage die Haltefrist durch Staking auf 10 Jahre. Aktuelle Änderungen des BMF deuten allerdings darauf hin, dass diese Haltefrist bald abgeschafft wird.

Wir empfehlen:
Macht unbedingt eure Steuern. Viele denken, dass das Finanzamt sowieso nicht über eure Staking Rewards informiert ist. Allerdings können durch bestimmte Verfahren wie KYC immer mehr Informationen auf der Blockchain einzelnen Personen zugeordnet werden. Zudem arbeiten Unternehmen wie Chainalysis eng mit den Behörden zusammen, um diesen immer mehr Einblicke in die Informationen der Blockchain zu ermöglichen.

Ab wann ist das Staking von Kryptowährungen gewerblich?

Diese Frage ist aktuell noch nicht abschließend geklärt. Ein aktuelles Schreiben des Bundesfinanzministeriums schafft hierbei allerdings Klarheit. Das Staking wird in Zukunft in zwei Bereiche eingeteilt, das sog. „Forging“ und „Staking“. Die Unterscheidung ist wie folgt:

Was ist Staking nach Definition des BMF?

Hierbei stellst lediglich du deine Coins anderen Teilnehmer des Netzwerks zur Verfügung, welche damit das eigentliche Staking betreiben. Du erzielst hierbei zwar mit Absicht einen Gewinn, allerdings wird dies in Zukunft als privat anerkannt. Du musst allerdings sicherstellen, dass sich dein Aufwand lediglich auf das Bereitstellen der Coins beschränkt.

Als Beispiel kann hierbei das Delegieren von Coins an einen Staking Pool betrachtet werden. Hierbei ist es zudem egal, um welchen Betrag es sich handelt.

Was ist Forging nach Definition des BMF?

Bei Forging gehst du einen Schritt weiter und partizipierst aktiv an dem Fortbestand des Netzwerks z.B. durch das Betreiben eines Staking Pools oder einer Validator Node. Gewerblich wird es also dann, wenn du mehr machst, als deine Coins „passiv“ bereit zu stellen.

Achtung: Dies ist aktuell lediglich ein Schreiben, welches bisher noch nicht in das Gesetz übernommen wurde. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass diese Änderungen bald auch übernommen werden, allerdings ist dies noch kein geltendes Recht und man macht sich strafbar, wenn man nach diesen Regeln handelt.

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