Abschaffung der 10 Jahre Haltefrist für Staking und Lending in Deutschland

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Das BMF (Bundesfinanzministerium) veröffentlicht überraschend ein Schreiben, in dem die Haltefrist von 10 Jahren bei Staking und Lending abgeschafft wird! Während CDU / SPD letztes Jahr an dieser Frist festhielten, kommt die Entscheidung nun umso überraschender. Es scheint so, als hat man bei dieser Entscheidung die Rufe der deutschen Krypto-Community nach regulatorischer Klarheit endlich erhört.

Bisherige Haltefrist bei Staking und Lending von Kryptowährungen

Bisher galt: Wer seine Kryptowährungen einfach nur hält, kann diese nach einem Jahr steuerfrei verkaufen. Sobald man allerdings seine Kryptowährungen für Staking, Lending oder ähnliches nutzt, verlängerte sich die Haltefrist auf 10 Jahre.

Diese verlängerte Haltefrist wurde ursprünglich eingeführt, um das Container-Leasing zu unterbinden und wurde nicht in Bezug auf Kryptowährungen eingeführt. Die Verlängerung war daher höchst umstritten und wurde von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlich ausgelegt, da es keine einheitliche Regelung gab.

Aufhebung der Haltefrist überrascht Anleger

Überraschend daher kam heute morgen die Meldung, dass die verlängerte Haltefrist bei Staking und Lending abgeschafft wird. Das BMF hat dies bei ihrem ersten Blockchain-Roundtable unter Führung der FDP beschlossen. Zudem sei man bestrebt in den nächsten Monaten weitere regulatorische Klarheiten zu schaffen – ein sehr positives Zeichen für den Standort Deutschland.

Worauf man weiterhin achten muss

Obwohl die 10 Jahre Haltefrist vom Tisch sind, muss man dennoch weiter die aktuelle Gesetzeslage im Blick haben. Denn auf Einnahmen aus Staking und Lending fallen weiterhin Steuern an, wenn die Freigrenze überschritten wurde.

Zudem kann es sein, dass das Finanzamt der Ansicht ist, dass man mit dem Staking / Lending seiner Tokens gewerblich handelt. Hierdurch verlängert sich zwar nicht die Haltefrist, allerdings fällt Gewerbesteuer an, welche im schlimmsten Falle nachgezahlt werden muss.

Ein Gang zum Steuerberater bzw. zum zuständigen Finanzamt lohnt sich in den meisten Fällen, um Klarheit zu schaffen.

Fazit

Die Entscheidung kam sehr überraschend und stößt in Deutschland auf positive Resonanz. Nicht nur wurde regulatorische Klarheit geschaffen, sondern es scheint als habe das Finanzministerium bei dieser Entscheidung auch die Krypto-Community berücksichtigt. Dies lässt auf weitere Krypto-freundliche Regulierungen in Deutschland hoffen.

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