Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel: Was erhofft sich die Zentralafrikanische Republik?

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Nachdem El Salvador im September 2021 Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert hat, wagt nun auch die Zentralafrikanische Republik diesen Schritt und führt den Bitcoin neben der aktuellen Währung CFA-Franc ein. Welche Vorteile sich das Land durch die Einführung erhofft und welche Risiken diese birgt, erfährst du hier.

Welche Vorteile hat die Einführung des Bitcoins als gesetzliches Zahlungsmittel?

Unabhängigkeit von Fremdwährungen

Schon lange steht der CFA-Franc, eine an den Euro gekoppelte Währung, in der Kritik und es gibt bereits Überlegungen diese abzuschaffen. Einige Länder wie Westafrika haben dies bereits getan. Mit der Einführung des Bitcoins bietet das Land nun seinen Bürgern eine Alternative.

Geringe Gebühren

Mithilfe des Lightning Netzwerks können Transaktionen innerhalb des Bitcoin Netzwerks quasi zum Nulltarif ausgeführt werden. Bei einer breitflächigen Adoption können in Zukunft so gut wie alle Transaktionen über das Lightning Netzwerk ausgeführt werden und somit günstige Bedingungen schaffen.

Keine Inflation des Geldes

Während der CFA-Franc an den Euro gebunden ist, und dieser, wie wir wissen, mit der Zeit inflationiert, ist die maximale Anzahl der Bitcoin auf 21 Millionen Stück festgeschrieben. Eine Inflation ist somit nicht möglich – viele hoffen dadurch, dass der Preis langfristig gegenüber den Euro steigen wird.

Historisch gute Performance

Bitcoin ist sehr volatil und viele Anleger verlieren ihr Geld. Die Kursperformance in den letzten Jahren spricht allerdings für sich und wenn man die letzten 7 Jahre Bitcoin nur gehalten hätte, wäre man heute stark im Plus.

Dies ist natürlich kein Garant für die Zukunft, die Chancen stehen allerdings gut, dass sich der Kurs auch weiterhin positiv entwickelt.

Mehr Menschen Zugang zu einem Konto zu gewähren

Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt ist die Einfachheit des Erstellens einer Wallet. Während man für ein traditionelles Bankkonto auf die Bank gehen muss, kann man nun mit wenigen Klicks eine Bitcoin Wallet Adresse erstellen.

Welche Bedeutung das die Einführung als offizielles Zahlungsmittel für den Bitcoin?

Wie wir sehen, bietet die Einführung des Bitcoins der Zentralafrikanischen Republik viele Vorteile. Allerdings gilt dies auch andersrum: Die Einführung bringt auch Vorteile für das Bitcoin Netzwerk:

Viele hoffen, dass der Preis eines Bitcoins durch die Adoption stark steigen wird, was aller Voraussicht nach nur leider nicht der Fall sein wird. Dafür ist das Pro-Kopf Vermögen der 4,7 Millionen Einwohner mit 840$einfach zu gering. Nehmen wir mal optimistischer Weise an, dass jede Person 100$ in Bitcoin besitzt, dann wären dies 4,7Mrd Dollar in Bitcoin. Das sind aktuell ca. 0,5% der Bitcoin-Marktkapitalisierung, somit ist der direkte Einfluss der Adoption auf den Preis vernachlässigbar.

Einen Punkt, welchen allerdings viele unterschätzen, ist die Vorbildfunktion des Landes. Als El Salvador letztes Jahr den ersten Schritt gewagt hat, gab es noch keine Vergleichswerte für andere Länder. Nun konnte sich die Zentralafrikanische Republik bereits an El Salvador orientieren und aus dem Vorgehen lernen.

Eins ist klar: Je mehr Länder Bitcoin adoptieren, desto einfacher wird es für weitere Staaten zu folgen. Denn ein Staat ist nichts anderes als eine Ansammlung von Menschen und diese müssen überzeugt werden – und wie geht das besser als mit dem Gewissen, dass andere Staaten schon erfolgreich vorangegangen sind.

Welche Kritik gibt es an der Einführung von Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel?

Neben den vielen positiven Nachrichten gibt es allerdings auch einige Kritikpunkte, welche man nicht vernachlässigen darf.

In der Zentralafrikanischen Republik haben viele Menschen kein Zugang zum Internet, wodurch sie auch keinen Zugang zu der Bitcoin-Blockchain erhalten. Dies ist ein großes Problem und könnte eine breitflächige Adoption der Bevölkerung verhindern.

Zudem ist das Land von Bürgerkriegen zerrüttet und es gibt viele Stimmen, welche sagen, dass die Einführung von Bitcoin der Bevölkerung mehr schadet, statt hilft und die Kosten für die Einführung an anderer Stelle besser aufgehoben worden wären.

Fazit

Wir sehen in der Einführung eine große Chance für das Land, da viele Probleme durch Bitcoin gelöst werden können. Allerdings gibt es noch viele Hürden zu überqueren, wie z.B. die Bereitstellung eines Internetzugangs für die breite Bevölkerung.

Die Zentralafrikanische Republik gehört zu einem der ärmsten Länder der Welt, sollte das Bitcoin Experiment dort gelingen, zeigt Bitcoin sein wahres Potential und wird sehr wahrscheinlich von weiteren Staaten akzeptiert. Dies steht allerdings noch in den Sternen.

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