Bitcoin Verbot in der EU: Was die EU unterschätzt

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Immer wieder kommen Gerüchte eines Bitcoin Verbots in der Europäischen Union auf. Zuerst wurde ein Mining Verbot von Bitcoin mittels der MiCA Verordnung abgestrebt, welches allerdings in einer Abstimmung scheiterte. Nur wenige Wochen später wurde für ein Verbot von Unhosted Wallets abgestimmt.

Schon kurz danach der nächste Schock: Laut einem Artikel von Netzpolitik.org möchte die EU erneut das Bitcoin Mining verbieten, da es nicht umweltfreundlich sei. Welche Konsequenzen ein solches Verbot für die EU haben könnte, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was die EU bisher verbieten wollte

Verbot von Bitcoin Mining

Mitte März dieses Jahres wurde bekannt, dass in einer Abstimmung über die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto Assets Regulation) ein Bitcoin Verbot angestrebt wird. Der zugehörige Paragraf wurde freitags abends noch heimlich der Verordnung hinzugefügt. Der Antrag ist bei der Abstimmung am darauffolgenden Montag allerdings gescheitert.

Verbot von Unhosted Wallets

Nur wenige Woche später wurde ebenfalls bei einer Abstimmung über die MiCA-Verordnung beschlossen, dass sog. Unhosted Wallets verboten werden sollen. Hierbei handelt es sich um Wallets, welche keiner genauen Person zugeordnet werden können. Ein Beispiel hierfür sind Hardware Wallets wie Ledger oder Trezor.

Was dennoch hoffen lässt: Der Beschluss ist (noch) nicht rechtskräftig. Es wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, ob der Beschluss in EU-Recht überführt wird.

Aktuell: Neue Informationen über Verbot von Handel in der EU

Wie Netzpolitik.org Mitte April berichtet, gibt sich die EU nicht mit diesem Verbot zufrieden, sondern plant eifrig weitere Verbote. So stehen aktuell aufgrund des hohen Energieverbrauch wieder Überlegungen im Raum, den Bitcoin zu verbieten – dies betrifft das Verbot sowohl Mining als auch Handel. Welche Folgen ein solches Verbot hat und ob Bitcoin wirklich überhaupt zu viel Energie verbraucht, erläutern wir in den nächsten Absätzen.

Verbraucht Bitcoin zu viel Energie und ist ineffizient?

Oft hört man das Argument, dass Bitcoin zu viel Energie benötigt und mit durchschnittlich 7 Transaktionen pro Sekunde ineffizient sei. Doch stimmt das wirklich?

Natürlich ist das Bitcoin Netzwerk mit 7 Transaktionen pro Sekunde nicht die schnellste Blockchain. Allerdings sorgt dies auch dafür, dass die Größe der Blockchain nur langsam wächst und ermöglich somit jeder Person eine Full-Node zu betreiben. Dies sorgt für Dezentralität und erhöht die Sicherheit des Netzwerks.

Zudem skaliert das Bitcoin Netzwerk unter Verwendung von Second Layer Lösungen wie dem Lightning Network quasi unendlich bei geringem Energieverbrauch. Daher ist es möglich, dass das Bitcoin Netzwerk in Zukunft pro Transaktion gesehen sogar viel effizienter betrieben werden kann als aktuelle Zahlungsnetzwerke wie Visa oder MasterCard.

Kann Bitcoin auf Proof of Stake umgestellt werden?

In der neuesten Meldung von Netzpolitik.org wird erwähnt, dass Politiker erneut fordern, den Bitcoin auf Proof of Stake umstellen, da dies bei Ethereum auch geplant ist und man daher diesen Schritt auch von Bitcoin verlangen könnte. Doch schauen wir uns dies einmal genauer an:

Ethereum wird zentral von der Ethereum Foundation entwickelt. Somit hat diese Foundation sehr viel Macht über das Netzwerk und kann auch eine Umstellung von Proof auf Work auf Proof of Stake vorantreiben.

Bei Bitcoin gibt es keine zentrale Instanz. Es gibt daher auch keine Instanz, welche eine Umstellung in die Wege leiten könnte. Es wäre so, wie wenn man das Internet auffordern würde, sich auf ein effizienteres Protokoll umzustellen – dies ist schlichtweg unmöglich.

Bitcoin-Verbot hat weitreichende Folgen für die EU

Während die EU weiter an einem Bitcoin-Verbot feilt, öffnen sich andere Staaten wie die USA aktuell komplett für diese Technologie. Man kann also davon ausgehen, dass viele Firmen bei einem möglichen Verbot aus Europa abwandern und sich in Krypto-freundlichen Ländern niederlassen – man gibt somit einen großen aufstrebenden Markt aktiv auf.

Dies möchte natürlich niemand, allerdings scheint es den Politikern der EU noch nicht bewusst zu sein, dass genau dies passieren wird! Denn den Bitcoin kann man zwar verbieten, aufhalten kann man ihn allerdings nicht.

Wer also noch immer glaubt, mit einem Verbot den Bitcoin zu zerschlagen täuscht sich gewaltig. Unternehmen wandern ab, das Mining kann noch schlechter kontrolliert werden und man schließt sich aktiv aus einem lukrativen Markt aus.

Unsere Meinung dazu: Statt ein Bitcoin Verbot auszusprechen, sollte man sich überlegen, wie man Mining mit Proof of Work durch erneuerbare Energien fördert und somit grüner macht. Dies würde neue Unternehmen anlocken, welche auf lange Frist dem Staat viel Geld einbringen würden und Europa als Wirtschaftsstandort attraktiver macht.

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