Was ist Staking? Passives Einkommen mit Kryptos einfach erklärt

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Staking beschreibt den Prozess, bei dem man Anteile an einer Kryptowährung dem Netzwerk zur Verfügung stellt, um somit dessen Sicherheit und Fortbestand zu sichern und gleichzeitig zusätzliche Einkünfte in der jeweiligen Währung zu erhalten. Die Staking Rewards stellen somit den finanziellen Anreiz für die Nutzer dar, ihre Coins dem Netzwerk bereit zu stellen. In der Regel lassen sich durch Staking zwischen 5% und 20% pro Jahr erzielen, in einigen Fällen auch deutlich mehr. Im Folgenden gehen wir auf Staking genauer ein, erklären wie es funktioniert und zeigen dir, wie und wo du deine Coins staken kannst. Interessierst du dich für das Thema Steuern beim Staking können wir dir diesen Artikel empfehlen: "Staking und Steuern - Was muss ich beachten?"

Was bedeutet Staking? Erklärung mit Beispiel

Wenn du dich schon etwas mit Kryptowährungen auseinandergesetzt hast, wird dir der Konsensmechanismus Proof of Work (PoW) höchstwahrscheinlich bereits etwas sagen. Hierbei müssen externe Parteien (sog. Miner) komplexe Rätsel lösen, um Transaktionen in dem Netzwerk zu validieren, sowie neue Blöcke zu generieren und an die Blockchain anzuhängen.
Im Gegensatz dazu übernehmen bei Proof of Stake (PoS) diesen Prozess keine externen Miner mehr, sondern die Anteilseigner der jeweiligen Währung selbst. Wir erklären den Unterschied an folgendem Beispiel:

Proof of Work Beispiel

  • Eine Entität, welche 10% der Rechenleistung am Netzwerk beherrscht, hat eine 10%ige Chance den nächsten Block zu generieren.

Proof of Stake Beispiel

  • Eine Entität, welche 10% aller Coin hält und diese zum Staking einsetzt, hat in der Regel eine 10%ige Chance den nächsten Block zu generieren. (Kann je nach Währung auch schwanken)

Proof of Stake bringt viele Vorteile mit sich, hat im Vergleich zu Proof of Work allerdings auch ein paar Nachteile, welche man nicht außer Acht lassen darf. Im Folgenden stellen wir die Vor- und Nachteile einmal gegenüber:

Vorteile von Proof of Stake

Der Hauptvorteil, welcher auch oft in den Medien genannt wird, ist der geringe Energieverbrauch, da durch das Staking keine mathematischen Rätsel mehr gelöst werden müssen, sondern der Prozess eher mit einer Lotterie verglichen werden kann – besichert durch die jeweiligen Anteile am Netzwerk.
Der zweite wichtige Vorteil ist, dass man durch das Staking relativ einfach passives Einkommen generieren kann. Die Rewards liegen im Schnitt zwischen 5% und 10% jährlich, kann je nach Währung allerdings auch davon abweichen.

Nachteile von Proof of Stake

Geringer Energieverbrauch und passives Einkommen – das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Und das ist es (leider) auch, denn PoS bietet ebenfalls ein paar nicht zu vernachlässigende Nachteile, welche sogar das gesamte System gefährden könnten.
Zum einen ist es die Gefahr einer 51% Attacke. Besitzt eine Entität mehr als 50% des Netzwerkes, so hat diese die gesamte Kontrolle und kann es nach Belieben verändern.
Dies ist per se nicht nur ein Problem von PoS, sondern kann bei PoW ebenfalls passieren. Der große Unterschied ist hierbei allerdings, dass dieser Umstand bei Proof of Work nur von temporärer Natur ist, da die Rechenkraft immer nur den aktuellen Stand abbildet und nicht garantiert ist, dass dauerhaft mehr als 50% kontrolliert werden.
Bei Proof of Stake sieht das etwas anders aus: Besitzt eine Entität über 50% aller Coin, besitzt diese mehr als 50% des Netzwerks und muss diese auch niemals mehr hergeben. Zweiter Nachteil ist, dass durch die Staking Rewards die Reichen in der Theorie immer Reicher werden, da diese einen größeren Anteil am Netzwerk haben und daher prozentual mehr Rewards bekommen. Auf der anderen Seite kann hierbei allerdings auch argumentiert werden, dass dies bei Zinsen ebenfalls der Fall ist und ein höherer Anteil auch ein höheres Risiko mit sich zieht, wodurch das System wieder gerecht ist.

Mit Staking Geld verdienen

Widmen wir uns aber nun dem Thema, welches euch wohl am meisten interessiert, und zwar wie man mit Staking Geld verdient. Wie bereits erwähnt, kann man in der Regel zwischen 5% und 20% an jährlichen Staking Rewards bekommen. Bei manchen Währungen kann diese auch viel höher ausfallen. Im Folgenden ein paar Staking Rewards von Stakingrewards.com:

  • Ethereum 2.0: 6.03% APY
  • Cardano: 6.63% APY
  • Polkadot: 13.28% APY
  • PancakeSwap: 79% APY (Mit Auto-Compound meist über 110%)

Auch wenn hohe Staking Rewards natürlich erst einmal verlockend klingen, muss man auch immer daran denken, dass im Normalfall mit höheren Rewards auch eine höhere Inflation einhergeht, da die Rewards meist nicht komplett über die Transaktionskosten gedeckt sind. Somit kann eine Währung mit 5% Staking Rewards und 4% jährliche Inflation langfristig die bessere Wahl sein als eine Währung, welche 100% jährliche Rendite verspricht aber gleichzeitig eine 200%ige Inflation mit sich zieht.

Wo kann man Kryptos staken?

Doch wo kann man den nun eig. seine Coins staken?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten, da es viele Möglichkeiten gibt und die optimale Lösung von Person zu Person variieren kann. Um dir einen Überblick zu geben, stellen wir die zwei bekanntesten Möglichkeiten vor:

Staking auf Exchanges

Die einfachste Möglichkeit bieten Exchanges wie Binance, Coinbase, Kraken etc.
Hält man bei diesen bereits seine Coins, muss man in der Regel nichts weiter tun als in das Staking einzuwilligen (bei manchen passiert das bereits automatisch im Hintergrund).
Dieser Prozess ist super einfach, zudem haben viele Exchanges die Policy dass alle Rewards direkt an den Nutzer weitergegeben werden ohne eine extra Gebühr einzubehalten.
Ein weiterer Vorteil ist, dass Exchanges teilweise für einen Verlust deiner Coins z.B. durch einen Fehler im Smart Contract oder durch eine Bestrafung für einen Validator aufkommt. Das variiert allerdings von Exchange zu Exchange sehr – darauf sollte man sich also nicht verlassen.

Ein Nachteil dieser Methode ist, dass du zwar die Staking Rewards bekommst, allerdings deine Stimmrechte (Governance) bei der Exchange liegt und diese für eigene Zwecke missbrauchen kann. Zudem können nicht alle Coins bei Exchanges gestaked werden, sondern oftmal nur ein kleiner Teil dessen, welche überhaupt auf der Exchange angeboten werden.

Staking mit eigener Wallet

Die Alternative ist, sich um das Staking selbst zu kümmern und dies direkt über die eigenen Programme der jeweiligen Währungen durchzuführen.
Dies gibt einem zwar mehr Freiheiten, allerdings ist dies oftmals mit einem höheren Aufwand verbunden, da die eigene Verwaltung der Coins für Viele eine große technische Hürde darstellt. Zudem muss man sich ebenfalls darum kümmern, an welchen Staking Pool man seine Anteile gibt, denn oftmals sind die eigenen Anteile (zumindest teilweise) gefährdet, wenn ein Staking Pool versucht gegen die Regeln der Blockchain zu agieren.
Alles in allem muss sich jeder die Frage stellen, ob der Mehraufwand sich wirklich lohnt.

Generell empfehlen wir:
Verwaltest du deine Coins bereits selbst oder hast du dies in naher Zukunft vor, dann versuche von zentralen Börsen für Staking Abstand zu halten. Hast du allerdings deine Anteile bereits auf einer Börse liegen, kannst du bei dieser auch deine Coins staken.

Müssen Staking Rewards versteuert werden?

Generell verlängert sich die Haltedauer von 1 Jahr auf 10 Jahre, wenn du deine Coins staked bzw. gestaked hast. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob du ein Jahr oder nur ein paar Sekunden gestaked hast, dies ist allerdings ein Thema für einen anderen Post…

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